Neurofeedbackbehandlungen nach Othmerverfahren


 

In der Neurofeedback-Landschaft sind verschiedene Ansätze vertreten. Die bisher bekanntesten sind das klassische Frequenzbandtraining, das SCP Training - Slow Cortical Potential = Langsame Kortikale Potentiale) und das bipolare Training.

Ein weiterer Ansatz, der als effizient betrachtet wird, ist das Othmerverfahren. Es wurde im Verlauf der letzte 25 Jahre im Hause Othmer entwickelt. 

Das Verfahren ist symptombasiert, d. h. die Feedbackparameter werden in Abhängigkeit der Wirkung beim Patienten angepasst. Im Lauf der Zeit wurde beobachtet, dass das Arbeiten bei besonders niedrigen Frequenzen, den sogenannten ILF (Infra Low Frequencies) besonders effektiv ist. Die Hard- und Software die wir verwenden, wurde daraufhin an diese niedrigen Frequenzen angepasst. Das Verfahren des SCP Trainings arbeitet ebenfalls in diesem Frequenzbereich. Das Othmerverfahren heute kann als eine Kombination aus den oben genannten drei leistungsfähigen Ansätzen gesehen werden.

 

 

 

Othmarverfahren:

Bei der Entwicklung der Methode wurde vorgegangen, wie bei der Entwicklung von Pharmazeutika: Ausgehend von bewährten Neurofeedbackprotokollen (wie z. B. das klassische Beta-SMR Training) wurden rein basierend auf der Wirkung beim Klienten die Feedbackparameter optimiert und weiterentwickelt, begleitet von einer laufenden Weiterentwicklung der Neurofeedback Hard- und Software. Dies führte dazu, dass mittlerweile Signale in das Training mit einbezogen werden, die bis dahin immer als "Baseline Wander" weggefiltert wurden, nämlich die ganz tiefen Frequenzen (ILF = Infra Low Frequency). Einzig das Verfahren des SCP Trainings (Slow Cortical Potentials = Langsame Kortikale Potentiale) arbeitet ebenfalls in diesem Bereich.

Heute stellt das Verfahren eine Kombination aus drei leistungsfähigen Einzelkomponenten dar:

  1. Klassisches Frequenzbandtraining: Das klassische Frequenzbandtraining ist klarer Bestandteil von Cygnet und dem Othmarverfahren. Selbst wenn wir bei niedrigsten Frequenzen arbeiten, nutzen wir die Dynamik der Feedbackverfahren; außerdem sind immer viele individuelle Inhibits am Werke, bis hinauf zu 40 Hz.
  2. ILF Training: Die Wirksamkeit der Arbeit im Bereich der langsamen kortikalen Potentiale ist dank der vielen Studien der letzten Jahre in Deutschland inzwischen klar bewiesen. Wir haben uns in den letzten Jahren empirisch an diesen Frequenzbereich herangetastet und die Protokolle laufend optimiert.
  3. Bipolares Training: Empirische Untersuchungen haben klar gezeigt, daß  Rückmeldung an das Gehirn, wie die zwei Regionen im Verhältnis zueinander arbeiten, wesentlich effizienter ist, als nur die Aktivität einer einzigen anzuzeigen. Die meisten Protokolle des Othmarverfahrens basieren auf bipolaren Ableitungen. Anmerkung: Dennoch kommen wir in der Regel mit einem EEG Kanal aus, was die praktische Arbeit sehr vereinfacht.